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Elektromobilität - Wie Barrierefreiheit umsetzen?

Elektromobilität verändert Automobilität in rasantem Tempo. Von den technischen Veränderungen und technischen Neuerungen, welche die Elektromobilität mit sich bringt, sind auch behinderte Verkehrsteilnehmer betroffen. Neue Anforderungen, Probleme und Fragen entstehen, autoanpassung.de beschäftigt sich mit dem Thema und recherchiert. 

Elektromobilität problematisch für blinde und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer

Weil sich Elektroautos in ihrer Akustik von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor unterscheiden, verändert sich für blinde und sehbehinderte Menschen die gewohnte Geräuschkulisse im Straßenverkehr. Gerade für blinde Menschen, die zur Orientierung im alltäglichen Straßenverkehr auf die Wahrnehmung von Geräuschen angewiesen sind, entstehen so Gefahren.

Um sicherzustellen, dass durch die Einführung von Elektroautos keine Barrieren für blinde und sehbinderte Verkehrsteilnehmer entstehen, werden Tests zur akustischen Wahrnehmbarkeit dieser Autos durchgeführt. Außerdem werden spezielle Geräusche entwickelt, die eine Wahrnehmbarkeit dieser Autos gewährleisten sollen.

Das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) ist im Rahmen eines Projektes mit der barrierefreien Gestaltung von Elektromobilität für blinde und sehbehinderte Menschen aktiv.

Behinderte Autofahrer und Elektromobilität 

Für die Gruppe der behinderten Autofahrer wurde bisher allerdings nicht thematisiert, welche Folgen sich durch die zunehmende Präsenz von Elektrofahrzeugen ergeben. Probleme können für behinderte Autofahrer sowohl bei den Fahraktivitäten als auch beim Ladevorgang entstehen. Außerdem ist bislang unbekannt, ob Fahrzeugumrüstungen bei Elektroautos genau wie bei herkömmlichen Fahrzeugen vorgenommen werden können.

Fahraktivitäten

Es ist bislang ungeklärt, inwieweit sich Fahraktivitäten bei Elektroautos verändern werden. Eine Besonderheit aller bisherigen Elektrofahrzeuge ist, dass bei ihnen grundsätzlich die Notwendigkeit der Betätigung von Schaltung und Kupplung entfällt. Die Bedienung einiger Elektroleichtfahrzeuge weicht von der Bedienung herkömmlicher Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor noch stärker ab: So können Nutzer z. B. per Knopfdruck - nicht durch Betätigung der Schaltung - unterschiedliche Fahrmodi wählen. Nach Information von autoanpassung.de bleiben hingegen herkömmliche Fahraktivitäten wie die Betätigung von Gas und Bremse über Fußpedale bestehen. Insgesamt betrachtet, lässt sich damit im Vergleich zu herkömmlichen Autos keine bedeutende Zunahme von Barrieren bei den Fahraktivitäten von Elektroautos ausmachen.

Umrüstung

Damit behinderte Autofahrer selbstständig einen PKW nutzen können, sind Fahrzeugumrüstungen notwendig. Probleme könnten bei Elektroautos entstehen, wenn die Stromversorgung von Hilfsmitteltechnologien, wie z. B. eines Rollstuhllifter die Batterie des Autos zu sehr schwächt. Auch das Gewicht solcher Hilfsmittel könnte bei den sich oft durch besonders leichte Bauweise auszeichnenden Fahrzeugen Schwierigkeiten bereiten. Ein Vorteil bei der Umrüstung von Elektrofahrzeugen ist, dass bei ihnen die Betätigung der Kupplung entfällt, wodurch die Umrüstung mit Handbediengeräten gegenüber herkömmlichen Autos mit Kupplungsgetriebe erleichtert wird. autoanpassung.de wird weiter recherchieren und im Gespräch mit Experten klären, ob bei Elektrofahrzeugen in Zukunft Probleme oder auch Vorteile für Fahrzeugumrüstungen entstehen. 

Ladevorgang

Elektroautos werden nicht über herkömmliche Tankstellen, sondern mit Hilfe von Elektroladegeräten unterschiedlicher Bauart aufgeladen. Experten unterscheiden zwischen der persönlichen Ladestation zu Hause und den öffentlich zugänglichen Elektroladesäulen. Bei der Bedienung von Elektroladesäulen ergibt sich aus Sicht behinderter Autofahrer die Frage, ob bei Konzeption der Technik Kriterien der Barrierefreiheit berücksichtigt wurden. Diese Frage ist zum einen in Bezug auf die Elektroladesäulen selbst, zum anderen aber auch auf die zur Verfügung stehenden Steckertechnologien und Ladekabel zu beantworten. 

Die Barrierefreiheit des Ladevorgangs ist auch deswegen besonders kritisch zu prüfen, weil das Aufladen zukünftig nicht an zentralen Tankstellen abgewickelt wird, wo behinderten Autofahrern im Notfall Servicepersonal zur Verfügung steht. Elektroladesäulen sind bisher durchgehend als Selbstbedienungsautomaten konzipiert. Behinderte Autofahrer sind demnach darauf angewiesen, dass sie die Ladevorgänge selbstständig bewältigen können, wenn sie mobil bleiben wollen.

Barrierefreiheit von Ladesäulentechnologie

 


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