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Elektromobilität und Führerschein

Gespräch mit Tomas Ciura, BVF

Tomas Ciura ist Geschäftsführer des Verkehrsinstituts Hanse GmbH, Mitglied der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. (BVF), Verkehrspädagoge, Dozent für Verkehrsrecht und Fahrlehrer für Behinderte. Er beschäftigt sich seit langer Zeit mit Themen rund um die Fahrerlaubnis für Menschen mit Behinderungen. Tomas Ciura ist auch Mitglied des Beirates vom Projekt autoanpassung.de

Wir haben Tomas Ciura danach gefragt, was bei der Führerscheinausbildung in einem Elektroauto beachtet werden sollte.

autoanpassung.de: Herr Ciura, worauf muss bei der Ausbildung in einem Elektrofahrzeug besonders geachtet werden?

Tomas Ciura: Die Fahrzeugtechnik, die Fahrzeugbedienung und die Fahrweise bedürfen einer speziellen Vermittlung in der Fahrschulausbildung. Hinsichtlich Pflege und Wartung gibt es bei einigen Dingen wesentliche Unterschiede im Vergleich von Elektrofahrzeugen zu Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Zum Beispiel:

• Akku/s bedürfen einer besonderen Pflege (Ladung, Umgebungstemperatur, Akkuwechsel, etc.).

• Ein Elektrofahrzeug muss anders bedient werden. Alle Stromverbraucher im Fahrzeug, wie Klimaanlage, Licht, heizbare Sitze, Spiegel, Fenster, Musikanlage, elektronische Fahrhilfen, Innenraumheizung etc., kosten Energie und führen unmittelbar zu Auswirkungen auf die Reichweite und das Leistungsvermögen des Fahrzeugs.

• Etwaig vorhandene Hybridtechnik (Elektromotor und Verbrennungsmotor treiben das Fahrzeug in Kombination an) muss verstanden und beherrscht werden.

autoanpassung.de: Werden durch die technischen Entwicklungen nicht auch neue Anforderungen gestellt?

Tomas Ciura: Der fortschreitende Einzug der Elektronik in die Kraftfahrzeugtechnik bedeutet einerseits große Chancen für die behindertengerechte Ausstattung von Fahrzeugen, stellt aber andererseits eine gewissenhafte Schulung und spezialisierte Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer voraus. Die hochspezialisierte Technik erfordert außerdem eine kostenintensive Fahrzeugausstattung der Fahrschulen. Die Fahrzeughersteller sind gefordert, sich schon bei der Konstruktion von Fahr¬zeugen an den Belangen behinderter Menschen und anderer mobilitätseinge¬schränkter Personen zu orientieren.


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