Informationsportal für Menschen mit Behinderung, die Auto fahren


Navigation

Suche

Inhalt

Elektromobilität und Umrüstung

Gespräch mit Dirk Poweleit, VFMP

Dirk Poweleit ist Vorsitzender des Verbandes der Fahrzeugumrüster für mobilitätseingeschränkte Personen in Deutschland e.V. (VFMP). In dieser Funktion ist Dirk Poweleit auch Mitglied im Beirat des Projektes autoanpassung.de

Wir haben Dirk Poweleit gefragt, welche Konsequenzen die Verbreitung elektrobetriebener Autos auf die Umrüstung haben kann.

autoanpassung.de: Herr Poweleit, was muss bei der Umrüstung eines Elektroautos allgemein beachtet werden?

Dirk Poweleit: Bei Elektroautos oder auch Hybridfahrzeugen (Elektromotor gekoppelt mit Verbrennungsmotor) sind zusätzliche Bauteile im Fahrzeug verbaut, wie der Elektromotor selber, die Antriebsbatterie und zugehörige Komponenten. Diese Bauteile (vor allem die Batterien) benötigen teilweise / je nach Modell sehr viel Platz im Fahrzeug. Dadurch kann es dazu kommen, dass einige Umrüstungen nicht wie gewohnt verbaut werden können. Als Beispiel wäre hier ein Rollstuhlverladesystem seitlich oder im Heckbereich zu nennen. Diese Geräte benötigen ebenfalls viel Platz im Fahrzeuginnenraum. Ob beides kombinierbar ist, muss daher im Einzelfall geprüft werden.

autoanpassung.de: Sind besondere technische Probleme zu beachten?

Dirk Poweleit: Wenn genug Platz vorhanden ist, können mechanische Geräte auch bei Elektroautos problemlos nachgerüstet werden. Bei elektrischen Komponenten sind aufgrund des meist sehr geringen Stromverbrauches dieser nicht permanent in Betrieb befindlichen Hilfsmittel wie z.B. Schwenksitz, Rollstuhlverladesystem oder auch Commander am Lenkrad in der Regel keine funktionellen technischen Probleme zu erwarten. Allenfalls ist eine minimale Reichweitenreduzierung durch das vorhandene Mehrgewicht des Gesamtfahrzeuges zu erwarten.

autoanpassung.de: Entstehen durch die Umrüstung elektrischer Autos vielleicht größere Kosten?

Dirk Poweleit: Solange die Serieneinbausätze verbaut werden können, gibt es keinen Unterschied. Bei Platzmangel und dadurch entstehenden Sonderlösungen kann es im Einzelfall zu Aufpreisen für Fahrhilfen kommen.


nach oben