Informationsportal für Menschen mit Behinderung, die Auto fahren


Navigation

Suche

Inhalt

Arm- und Handeinschränkungen

Wenn Türen öffnen, Sitzen und Sicheres Fahren durch Arm- und Handeinschränkungen sowie Oberkörpereinschränkungen beeinträchtigt sind, stehen verschiedene technische Hilfen zur Verfügung.

Fahrzeugtüren öffnen

Zum Öffnen der Türen werden Schlüssel und Türgriff betätigt. Wenn  Fingerfunktionen eingeschränkt sind, können Griffadaptionen und elektrische Fernbedienungen helfen.

Türöffner Innen mit Verlängerungshebel
Türöffner Innen (Quelle: Veigel Automotive) 

Türöffner für Heckklappe, Flügeltüren und Schiebetüren

Bei Schwierigkeiten die Türen manuell zu öffnen, können sie mit elektrischer Hilfe geöffnet werden. Der elektrische Türöffner wird mittels Knopfdruck oder Fernbedienung betätigt. 

elektrischer Flügeltüröffner
Flügeltüröffner (Quelle: Mobilcenter Zawatzky)
 
Türöffner der hinteren Klappe
Türöffner hintere Klappe (Quelle: Petri und Lehr) 

Stabiles Sitzen

Bei Einschränkungen der Arm- und Handfunktionen kommen häufig Einschränkungen des Oberkörpers und des Rumpfes hinzu. Dann können am Originalsitz Anpassungen vorgenommen oder ein ergonomischer Sitz eingebaut werden.

Originalsitz anpassen

Personen mit erhöhter Druck- und Schmerzempfindlichkeit im Oberkörperbereich benötigen häufig eine gute Sitzpolsterung. Zur Unterstützung der Sitzstabilität können am Originalsitz die Seitenkanten der Sitzfläche und der Rückenlehne etwas verstärkt werden.

Ergonomischen Sitz einbauen

Für Personen, die durch ihre Einschränkung im Oberkörperbereich einen verstärkten Seitenhalt und eine unterstützende Stabilisiserung ihrer Sitzposition benötigen, kann der Einbau eines ergonomischen Sitzes sinnvoll sein. Die Seitenkanten von Sitzfläche und Rückenlehne sind bei diesen Sitzen deutlich ausgeprägt.

Scheelmann-Sitz
Scheelmann-Sitz (Quelle: SW-Rehamobil)
 
König-Sitz
König-Sitz (Quelle: Haag-Rehatechnik) 

Tipps

  • Ergonomische Sitze sind durch ihre flache Polsterung härter als die Originalsitze. Menschen mit Rückenbeschwerden und Stoßempfindlichkeit müssen abwägen, ob sie mehr Polsterung oder eine höhere Sitzstabilität benötigen.
  • Nachträglich eingebaute Sitze sind mit ihren Abmessungen nicht auf das jeweilige Fahrzeug abgestimmt, weshalb sie häufig auf einen Adaptersatz montiert werden müssen. Es können deshalb Platzprobleme im Fahrzeug auftreten, die vorher mit dem Umrüstbetrieb besprochen werden sollten.
  • Für das Übersetzen vom Rollstuhl auf den Sitz kann eine hohe Wulst der Seitenkante stören. Man muss ausprobieren, ob man den Höhenunterschied zwischen Rollstuhl und Sitz auch gut überwinden kann.

Sicheres Fahren

Lenken des Fahrzeuges

Ist das Lenken wegen eingeschränkter Beweglichkeit der Arme, nachlassenden Kräften oder einseitigen Behinderungen nicht möglich, können Linear-Hebel-Lenkungen, verschiedene aufsteckbare Lenkhilfen oder elektronische Hilfen genutzt werden.

Tipps

  • Welches Hilfsmittel am besten geeignet ist, hängt davon ab, was Sie mit den Armen und Händen tun können. Wie viel Kraft ist vorhanden? Wie beweglich sind Arm, Hand oder Finger?
  • Bevor Sie sich für eine bestimmte Lenkhilfe entscheiden, empfiehlt es sich, Kraft und Beweglichkeit zu messen. Gute Umrüstbetriebe oder der TÜV bieten das an.
  • Bedenken Sie, dass einige Lenkhilfen, zum Beispiel Fußlenksysteme, nur in einen PKW mit Automatikgetriebe eingebaut werden können.

Lenken bei eingeschränkter Beweglichkeit

Linear-Hebel-Lenkung

Bei eingeschränkter Beweglichkeit der Arme oder nachlassender Kraft kann die Lenkbewegung über eine Linear-Hebel-Lenkung erfolgen. Das Lenken erfolgt durch Drücken oder Ziehen dieser Hebelkonstruktion. Sie gibt es in unterschiedlichen Variationen.

Modell "Fahrradlenker"
Modell "Fahrradlenker" (Quelle: SW-Rehamobil)
 
Linear-Hebel-Lenkung
Linear-Hebel-Lenkung (Quelle: AfB-Rehamobil) 

Lenken mit einer Hand

Drehknopf, Dreizack, Lenkgabel

Können Sie das Fahrzeug nur mit einer Hand lenken, empfiehlt sich der Einbau einer Lenkhilfe wie ein Drehknopf, ein Dreizack oder eine Lenkgabel. Diese Hilfen werden auf das Lenkrad montiert. Die Hand umfasst den Knopf oder wird in die Gabel bzw. den Dreizack gelegt.

Lenkhilfe Drehknopf
Drehknopf (Quelle: Stumpenhagen und Schlegermann)
 
Lenkhilfe Dreizack
Dreizack (Quelle: Haag-Rehatechnik)
 
Lenkhilfe Lenkradgabel
Lenkradgabel (Quelle: Haag-Rehatechnik) 
Elektronische Lenkhilfen

Das Miniatur-Lenkrad oder ein Joystick helfen bei einer besonders starken Beeinträchtigung von Hand und Finger. Beide Hilfen werden mit einer Hand bedient. Die Lenkbewegung wird elektronisch oder elektromechanisch übertragen.

elektronische Lenkhilfe Miniatur-Lenkrad
Miniatur-Lenkrad (Quelle: SW-Rehamobil)
 
elektronische Lenkhilfe Joystick
Joystick (Quelle: Paravan) 

Lenken mit den Füßen

Fußlenksysteme

Das Fahrzeug kann bei einem kompletten Ausfall der Arme auch mit den Füßen gelenkt werden. Es gibt zwei verschiedene Ausführungen. Bei dem System "Franz" wird die Lenkbewegung über eine vorwärts und rückwärts betätigte Kurbel ausgeübt, beim System "Kempf" geschieht dies über eine nach rechts und links drehbare Scheibe. Bei beiden Systemen müssen die Fußpedale verlegt werden.

Fußlenkung Fahrradkurbel
Fußlenkung Fahrradkurbel (Quelle: SW-Rehamobil)
 
Fußlenkung Drehscheibe
Fußlenkung Drehscheibe (Quelle: SW-Rehamobil) 

Schalthebel und Feststellbremse verlängern

Schalthebelverlängerung

Zur besseren Erreichbarkeit des Schalthebels, der Gangschaltung und des Automatikwahlhebels lässt sich der Wahlhebel verlängern.

Schalthebelverlängerung
Schalthebelverlängerung (Quelle: Petri und Lehr)
 
Lösevorrichtung Wahlhebel
Lösevorrichtung Wahlhebel (Quelle: Mobilcenter Zawatzky) 
Feststellbremse verlängern und verlegen

Wenn die Griffstange der Feststellbremse zu weit entfernt ist, hilft eine Löse- und Feststellvorrichtung, um die Griffstange zu verlängern. Auch die Verlegung der Bremse auf die linke Seite des Sitzes ist möglich.

Verlängerte Feststellbremse
Verlängerte Feststellbremse (Quelle: Haag-Rehatechnik)
 
Verlegte Feststellbremse
Verlegte Feststellbremse (Quelle: SW-Rehamobil) 
Elektrische Feststellbremse

Möglich ist auch der Einbau einer elektrischen Handbremse, die per Knopfdruck betätigt wird.

Elektrisch bedienbare Feststellbremse
Elektrisch bedienbare Feststellbremse (Quelle: Haag-Rehatechnik)
 

Licht, Blinker und Wischer bedienen

Licht, Blinker und Scheibenwischer werden mit der rechten oder linken Hand betätigt. Für Personen mit eingeschränkter Handfunktion oder einseitiger Handbehinderung gibt es technische Hilfen zur Bedienung.

Licht

Wenn Sie den Schalter für das Licht nicht mit der linken Hand betätigen können, besteht die Möglichkeit ihn mit einem Umlenkhebel auf die rechte Seite zu verlegen.

Falls keine Bedienung mit den Händen möglich ist, kann das Licht mittels einer elektrischen Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden. Diese wird meistens am Lenkrad montiert.

Umlenkhebel Lichtschalter
Umlenkhebel Lichtschalter (Quelle: SW-Rehamobil) 
Blinker und Wischer

Können Blinker oder Wischer nicht mit der linken oder rechten Hand betätigt werden, besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Hebel auf die jeweils andere Seite zu verlegen.

Umlenkhebel für Blinker oder Wischer
Umlenkhebel für Blinker oder Wischer (Quelle: Mobilcenter Zawatzky)
 

nach oben