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Umrüstung für die Rollstuhlmitnahme

Ist das selbständige Verladen des Rollstuhls nicht möglich, stehen unterschiedliche Verladesysteme zur Verfügung.

Deren Auswahl ist nicht einfach. Folgende Aspekte sollten beachtet werden:


Tipps

  • Im Zentrum steht die individuelle Mobilität. Wer den Rollstuhl auch ohne Hilfsmittel verladen kann, hat Vorteile.
  • Fahrzeug, Rollstuhl und Verladesystem müssen zueinander passen. Rollstuhlmaße und Fahrzeugeigenschaften sind zu berücksichtigen.
  • Wo ist im Auto der beste Platz für den Rollstuhl? Mitfahrende oder Transportgut benötigen ebenfalls Platz.
  • Manuell zu bedienende Verladesysteme sind meist alltagstauglicher als komplizierte technische Systeme. Als Faustregel gilt: Je komplizierter die Technik des Verladesystems, desto höher ist ihre Störanfälligkeit.
  • Verladesysteme müssen zu Abstell- und Parkplätzen passen. Je nach Bauart beeinflussen sie Fahrzeugmaße und erfordern Platz für das Ein- und Ausladen des Rollstuhls.

Welches Verladesystem das richtige ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Bei den Informationen über Verladesysteme haben wir uns daran orientiert, wo der Rollstuhl im Auto untergebracht werden soll:

Rollstuhlmitnahme im Koffer- oder Laderaum

Für die Mitnahme des Rollstuhls im Koffer- oder Laderaum werden spezielle Verladesysteme angeboten. Welches in Frage kommt, hängt von der Mobilität des Rollstuhlfahrers ab.

Der Weg vom Fahrzeugheck zum Fahrersitz ist ohne Rollstuhl möglich, nur das Verladen bereitet Probleme.

In diesem Fall benötigt man einen Koffer- oder Laderaumlift. Dieser ist im Fahrzeugheck eingebaut.

Kofferraumlift (Ladeboy)
Kofferraumlift (Quelle: Rausch) 
So wird der Rollstuhl verladen:
  • Heckklappe wird geöffnet.
  • Rollstuhl wird zusammengefaltet.
  • Rollstuhl wird am Liftarm oder -seil befestigt.
  • Lift wird per Knopfdruck betätigt und hebt den Rollstuhl in den Koffer- oder Laderaum.
  • Heckklappe wird per Hand oder Fernbedienung geöffnet und geschlossen.

Tipps

  • Bei der Auswahl des Verladesystems dessen Traglast beachten. Sie ist bei einigen Modellen auf 30 kg beschränkt.
  • Wenn Koffer- oder Laderaum groß genug ist, können auch andere Rollstuhlarten eingeladen werden, z.B. Starrrahmen- oder Elektrorollstühle.
  • Ein guter Umrüster klärt darüber auf, für welche Autos der gewünschte Lift geeignet ist.
  • Hinter dem Fahrzeugheck muss ausreichend Platz zum Ein- und Ausladen des Rollstuhls vorhanden sein.

Der Transfer vom Rollstuhl auf den Fahrersitz erfolgt selbständig, aber der Weg zum Fahrzeugheck ist ohne Rollstuhl nicht möglich.

In diesem Fall benötigt man einen Kofferraumlift, der den Rollstuhl am Fahrersitz "abholt" und ihn in den Koffer- oder Laderaum verlädt. Der Lift wird im Kofferraumbereich angebracht.

Kofferraumlift
Kofferraumlift (Quelle: Mobilcenter Zawatzky) 

So wird der Rollstuhl verladen:

  • Der Rollstuhl wird mit der Hand vom Fahrersitz aus zusammengefaltet.
  • Die Heck- oder Kofferraumklappe öffnet sich per Knopfdruck, der Tragarm des Lifters schwenkt heraus zum Rollstuhl neben den Fahrersitz.
  • Der Rollstuhl wird per Hand in den Tragarm eingeklinkt.
  • Der Lift schwenkt nach hinten und lädt den Rollstuhl ohne fremde Hilfe in den Koffer- oder Laderaum.
  • Kofferraum- oder Heckklappe schließt automatisch.

Tipps

  • Nicht alle Kofferraumlifte sind für jeden Fahrzeugtyp geeignet.
  • Die Kofferraumlifte haben unterschiedliche Traglastgrenzen.
  • Für den Verladevorgang wird hinter und neben dem Fahrzeug ausreichend Platz benötigt.
  • Der Verladevorgang ist komplex und störanfällig. Bei einer Fehlfunktion können andere Personen und der Straßenverkehr gefährdet werden.
  • Es können nur Rollstühle im gefalteten Zustand verladen werden.

Rollstuhlmitnahme auf dem Rücksitz

Kommt die Mitnahme des Rollstuhls im Kofferraum nicht in Frage, kann dieser auf der Rückbank mitgenommen werden. Das Verladesystem wird hinter den Fahrersitz eingebaut. Der Rücksitz muss dafür teilweise ausgebaut werden.

Der selbständige Transfer vom Rollstuhl auf den Fahrersitz ist möglich. Das Verladen des Rollstuhls auf den Rücksitz bereitet Probleme.

In diesem Fall kommt ein Verladesystem in Frage, das den Rollstuhl am Fahrersitz "abholt" und ihn automatisch hinter den Vordersitz verlädt.

Ladehilfe (Rollstuhl neben dem Fahrersitz)
Ladehilfe (Quelle: EDAG)
 
Ladehilfe (Rollstuhl auf der Rückbank)
So wird der Rollstuhl verladen:
  • Die hintere Schwenktür öffnet sich elektrisch und der Liftarm schwenkt automatisch nach vorn neben den Fahrersitz.
  • Der Rollstuhl wird zusammengefaltet.
  • Der gefaltete Rollstuhl wird vom Fahrersitz aus in den Liftarm eingehängt, dieser schwenkt per Knopfdruck in den Fahrzeuginnenraum.
  • Die Schwenktür schließt automatisch.

Tipps

  • Für den Einbau einer Schwenktür wird ein 4-türiges Auto benötigt.
  • Die Verladesysteme sind nicht immer für alle Fahrzeugtypen geeignet.
  • Manche Verladesysteme nehmen auch einen Teil des Kofferraumplatzes in Anspruch.
  • Es können nur Faltrollstühle verladen werden.
  • Für das Einhängen des Rollstuhls in den Liftarm ist es notwendig, sich mit dem Oberkörper weit vom Fahrersitz aus dem Auto herauszulehnen. Ein seitlich am Sitz angebrachtes klappbares Sitzbrett kann bei diesem Vorgang unterstützen.

Rollstuhlmitnahme auf dem Autodach

Die Verladung eines Rollstuhls auf das Autodach wird von Personen bevorzugt, die den Fahrzeuginnenraum und Kofferraum vollständig zur Verfügung haben möchten.

Der selbständige Transfer vom Rollstuhl auf den Fahrersitz ist möglich. Für das Verladen des Rollstuhls auf das Dach wird ein Verladesystem benötigt.

Der Dachlifter verlädt den gefalteten Rollstuhl, der in ein Seil eingehängt wird, automatisch. Der Lift ist auf dem Autodach angebracht.

Dachlifter
Dachlifter (Quelle: SW-Rehamobil) 
So wird der Rollstuhl verladen:
  • Der Rollstuhl wird per Hand gefaltet.
  • Der zusammengefaltete Rollstuhl wird in die Aufnahmevorrichtung des Dachliftes eingeklinkt.
  • Per Knopfdruck wird der Lift betätigt und hebt den Rollstuhl in die Dachbox.
  • Die Dachbox schließt sich selbsttätig.

Tipps

  • Es können nur Faltrollstühle verladen werden.
  • Dachlifter sind nicht für jedes Fahrzeug verwendbar.
  • Für viele Dachlifter muss die zulässige Dachlast mindestens 75 kg betragen.
  • Durch den Aufbau erhöht sich der Fahrtwiderstand und der Kraftstoffverbrauch.
  • Die Dachbox verändert die Fahrzeughöhe. Darauf muss bei Garagen und Parkhäusern geachtet werden.
  • Bei niedrigen Außentemperaturen kann die Funktionsfähigkeit des Liftes beeinträchtigt werden. Zudem wird der Rollstuhl kalt, was für viele Nutzer ein Problem darstellt.

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